Grußwort des Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernenten Matthias Zach

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr darüber, dass sich das Aktionsbündnis für seelische Gesundheit im Main-Kinzig-Kreis erneut an der bundes-weiten Aktionswoche für seelische Gesundheit beteiligt. Wenn es um den Umgang mit seelisch kranken Menschen geht, tun sich noch viele schwer. Psychische Erkrankungen erscheinen unheimlich, machen verlegen, viele reagieren ängstlich und möchten diesen Menschen möglichst aus dem Weg gehen. Erschreckend sind vor allem die steigenden Zahlen ambulanter und stationärer Behandlungen von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen. Knapp 20 Prozent der unter 18jährigen, d.h. knapp vier Millionen Kinder und Jugendliche, weisen psychische Auffälligkeiten auf. Erhebungen des Robert Koch-Instituts in Berlin zur Kinder- und Jugendgesundheit belegen: 20 Prozent der Kinder in der Bundesrepublik Deutschland weisen psychische Auffälligkeiten auf und zehn Prozent sogar deutlich erkennbar zutage tretende Störungen. Experten rechnen damit, dass bis zum Jahre 2020 international die psychischen und psychosomatischen Erkrankungen im Kindesalter um mehr als 50 Prozent zunehmen und zu den fünf häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität, d.h. die Krankheits- und Sterberaten in dieser Altersgruppe, und die Beeinträchtigung der Lebensqualität zählen werden. Die Situation ist alarmierend.

Das Aktionsbündnis für seelische Gesundheit möchte aus diesem Grund die seelische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in den Focus der Woche der Seelischen Gesundheit rücken und setzt hierbei auf das Medium Film. Unter dem Motto „Mittendrin statt außen vor“ will das Aktionsbündnis über psychische Erkrankungen informieren und aufklären und somit auch Vorurteile gegenüber Betroffenen abbauen. Es will zum einen das Thema mitten hinein in die Gesellschaft tragen und sich zum anderen dafür einsetzen, dass Betroffenen einen Platz in unserer Mitte haben und nicht außen vor sind.
Die Hauptveranstaltung findet am Freitag, den 09.10.2015 im Kino Pali in Gelnhausen statt. Dort wird der Film „Vincent will Meer“ von Ralf Huettner gezeigt. Hierzu werden mehrere Schulklassen aus dem Main-Kinzig-Kreis eingeladen, die im Vorfeld das Thema „Psychische Erkrankungen“ im Schulunterricht behandelt haben. Der Film ist ein witziges und pfiffiges Roadmovie der von drei jungen Psychiatrie-Patienten handelt, die aus der Klinik ausbrechen und eine abenteuerliche Reise ins wirkliche Leben starten.
Im Anschluss an den Film stehen Betroffene sowie die Vertreter des Aktionsbündnisses für Nachfragen und Informationen zur Verfügung.

Desweiteren kann vom 12.-16.10.2015 eine Ausstellung von Bildern und Masken im Main-Kinzig-Forum bewundert werden, die von Betroffenen selbst gefertigt wurden. Weitere Veranstaltungen können Sie dem Veranstaltungsprogramm auf unserer Internetseite entnehmen.

Mit meinem Dank an die Organisatoren und all jene, die zum Erfolg dieser Woche beitragen, verbinde ich den Wunsch, dass überall dort wo es psychische Probleme gibt, die Scheu überwunden wird und man Rat und Hilfe sucht und annimmt. In diesem Sinne wünsche ich der Woche der Seelischen Gesundheit im Main-Kinzig-Kreis viel Zuspruch und Erfolg.

Herzlichst Ihr

Matthias Zach

Kreisbeigeordneter
Gesundheitsdezernent